»Zwischen den Stühlen«

„Bist du denn nun ein Maler oder Fotograf?“ („… als würde das eine Rolle spielen!“)
Mit Schubladen und dem dazugehörigen Denken ist man schneller konfrontiert als einem lieb sein kann. Menschen lieben es offenbar, alles und jeden in ein Fach zu stecken, schön sauber zu etikettieren und dann als „erledigt“ zu vergessen. Damit wäre der Fall auch schon erledigt, eine weitere Beschäftigung mit Werk und Urheber sinnlos. Aber ist es das auch?
Um ganz ehrlich zu sein: Ich mag es zwischen den Stühlen zu stehen. Und auch mal auf dem Boden dazwischen zu sitzen. Das schafft einen guten Perspektivenwechsel. Oben, unten, aber nie in der Mitte sozusagen. Aber die ist ohnehin langweilig, voller lauer Kompromisse und kleinster gemeinsamer Nenner. Eigentlich möchte man sich da gar nicht lange aufhalten, das schafft so ein bräsiges Gefühl nach kurzer Zeit. Als kreativer Geist seit jungen Jahren reizt mich die Vorstellung, doch auch mal am Boden zu liegen, sich zwischen den Stühlen zu wälzen. Oder mit ein paar umgebundenen Ballons darüber erhaben zu schweben (und ja, mir ist durchaus bewusst, dass das als Erwachsener aufgrund der ungünstigen Korrelation von Gewicht und Schwerkraft nicht möglich sein wird, aber man wird ja hier wohl noch träumen dürfen!).
Daher ist es völlig egal, „was man denn nun ist,“ um die eingangs gestellte Frage absichtlich eben nicht zu beantworten. Wichtig ist nur, sich in keine Schublade legen zu lassen oder, schlimmer noch, selbst bereitwillig hineinzulegen! Daher eine große Bitte: Bleibt mir mit dem ganzen Laden-Zeugs vom Leibe, denn ich stehe, liege oder schwebe lieber, je nachdem, wonach mir gerade ist, an dem mir dann jeweils genehmen Platz.

"Are you a painter or a photographer?" ("... as if it matters!")
You are confronted with pigeonholes and the associated thinking more quickly than you would like. People seem to love putting everything and everyone into a compartment, labelling it neatly and then forgetting about it as "done". That would be the end of the matter, and there would be no point in dealing with the work and the author any further. But is it?
To be completely honest: I like being caught between two stools. And sometimes sitting on the floor in between. It creates a good change of perspective. Upstairs, downstairs, but never in the centre, so to speak. But that's boring anyway, full of lukewarm compromises and lowest common denominators. You don't really want to spend much time there, it creates such a grumpy feeling after a short time. As a creative spirit from a young age, the idea of lying on the floor and rolling around between the chairs appeals to me. Or floating above it with a few balloons tied around me (and yes, I'm well aware that this won't be possible as an adult due to the unfavourable correlation between weight and gravity, but we're still allowed to dream!).
That's why it doesn't matter "what you are", to deliberately avoid answering the question posed at the beginning. The only important thing is not to allow yourself to be pigeonholed or, worse still, to be willingly pigeonholed yourself! Therefore, a big request: Stay away from me with all the shop stuff, because I prefer to stand, lie or float, depending on what I feel like at the time, in the place that suits me best.

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Created 12/2023
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